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Paliativpflege

Ganz nach dem Grundsatz von Cicely Saunders, der Begründerin der modernen Hospizbewegung,

„Es geht nicht darum dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“

In unseren Einrichtungen ziehen Menschen, die meistens in der Gewissheit leben, dass dies ihr letztes Zuhause sein wird. Zu diesem Abschnitt des Lebens gehört unweigerlich der Sterbeprozess. Wir möchten in dieser Situation unsere Bewohner/innen unterstützen. Der alte Mensch und dessen Angehörigen sollen menschliche Nähe und Zuwendung in diesem schmerzlichen Prozess erfahren und sich nicht allein gelassen fühlen.

  • Ich habe das Recht, als lebendiges menschliches Wesen behandelt zu werden, bis ich sterbe.
  • Ich habe das Recht, meine Hoffnung aufrecht zu erhalten, egal worauf sie sich jeweils richtet.
  • Ich habe das Recht, von Menschen umsorgt zu werden, die ihrerseits Hoffnung haben.
  • Ich habe das Recht, meine Gefühle und Emotionen in Bezug auf meinen bevorstehenden Tod auf meine Weise zum Ausdruck zu bringen.
  • Ich habe das Recht, an Entscheidungen über meine Pflege teilzuhaben.
  • Ich habe das Recht, ständige medizinische und pflegerische Betreuung zu erwarten, auch wenn keine Heilung erreicht werden kann und die Pflege nur noch Leiden mildern kann.
  • Ich habe das Recht, nicht allein zu sterben / allein zu sterben.
  • Ich habe das Recht, schmerzfrei zu sein / Schmerzen zu haben.
  • Ich habe ein Recht darauf, nicht getäuscht zu werden.
  • Ich habe das Recht, von meiner und für meine Familie Hilfe zu empfangen, damit wir meinen Tod akzeptieren können.
  • Ich habe das Recht, in Frieden und Würde zu sterben.
  • Ich habe das Recht, meine Individualität zu behalten und nicht für meine Entscheidungen verurteilt zu werden, mögen diese auch Überzeugungen anderer Menschen widersprechen.
  • Ich habe das Recht, offen und ausführlich über meine religiösen und / oder spirituellen Erfahrungen zu sprechen, unabhängig davon, was dies für andere bedeutet.
  • Ich habe das Recht zu erwarten, dass die Unversehrtheit meines Körpers auch nach meinem Tod respektiert wird.
  • Ich habe das Recht auf feinfühlige und kompetente Pflegepersonen, die meine Bedürfnisse verstehen und imstande sind, ihrerseits eine Erfüllung darin zu finden, mir zu helfen, meinem Tod in die Augen zu schauen.

„Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen. Er muss darauf vertrauen können, dass er in seiner letzten Lebensphase mit seinen Vorstellungen, Wünschen und Werten respektiert wird und dass Entscheidungen unter Achtung seines Willens getroffen werden.“ Aus: Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland Pflegeeinrichtungen

  • Wir integrieren die Begleitung, Pflege und Behandlung sterbender Menschen als einen wichtigen Teil in unsere tägliche Arbeit. Eine umfassende Schmerzerfassung und die Linderung der Symptome nehmen wir dabei in den Fokus. Angehörige von Bewohnern unserer Einrichtung und die Ihnen Nahestehenden sind selbst Betroffene. Sie benötigen ausreichende und ehrliche Informationen und werden in Entscheidungen und Diskussionen mit einbezogen. Wir bieten Ihnen Entlastung und Unterstützung in der noch verbleibenden gemeinsamen Zeit.
  • Einer Untersuchung zufolge haben folgende Aspekte für Sterbende eine große Bedeutung:
    • Schmerzfreiheit
    • Gewohnte Umgebung ist der gewünschte Ort des Sterbens
    • Soziale Integration und die Möglichkeit des sozialen Rückzugs
    • Einbezug und Betreuung der Angehörigen oder anderer nahestehender Personen
    • Sterben im engen Bezug zur jeweiligen Biografie, also ein Rückgriff auf bekannte Krisenbewältigungsmuster. (s. Kostrzewa, 2010)
Was bedeutet Palliativpflege im Pflegeheim?

Palliativpflege bezeichnet die Betreuung und Begleitung von schwer kranken Menschen während ihrer letzten Lebensphase. Die palliative Pflege ist darauf beschränkt, die Symptome und Schmerzen der Patienten zu lindern. Die Palliativpflege soll die Lebensqualität der Betroffenen so gut es geht erhalten

Wie lange dauert eine palliative Pflege?

Eine palliative Versorgung kann auch manchmal sehr früh beginnen und sich über Stunden, Tage oder auch Monate ziehen.

  • Es soll eine menschenwürdige Begleitung im Sterbeprozess durch zwischenmenschliche Nähe gewährleistet werden.
  • Es soll ein schmerzfreier Sterbeprozess ermöglicht werden.
  • Es soll eine optimale Pflegequalität gewährleistet werden.

Pflegemaßnahmen:

  • Unsere Pflegekräfte sprechen den Hausarzt bzw. die Ärzte des jeweils zuständigen Palliativteams auf eine adäquate Schmerztherapie an.
  • Die Pflegekräfte nehmen Rücksicht auf den Tagesrhythmus des Sterbenden, z.B. bei den Schlafgewohnheiten, Essenszeiten.
  • Sie sorgen für eine ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr.
  • Ggf. werden atemunterstützende Maßnahmen eingeleitet, die Atemwege freigehalten
  • Es wird Anleitung und Unterstützung bei der Körperpflege und den Ausscheidungen gegeben.
  • Es werden gewohnte Rituale eingehalten, wie z.B. morgens das Radio einschalten.
  • Es werden soweit notwendig Pflegehilfsmittel eingesetzt.
  • Es werden die erforderlichen Prophylaxen durchgeführt, wie etwa Dekubitus-, Thrombose-, Kontrakturenprophylaxe.

Kommunikation

  • Unsere Pflegekräfte fühlen mit dem Sterbenden mit, achten dabei aber auch auf angemessene Nähe und Distanz.
  • Sie helfen dem Sterbenden, seine Trauer und Schmerzen über den zunehmenden Verfall zu akzeptieren und anzunehmen.
  • Den Klagen des Sterbenden wird Beachtung geschenkt, evtl. verbirgt sich dahinter ein unmittelbarer Hilfeschrei oder der Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit.
  • Schmerzen werden gelindert und erträglich gemacht, aber nicht nur durch die Gabe von Medikamenten.
  • Unsere Pflegekräfte ermöglichen dem Sterbenden Sinneswahrnehmungen durch Musik, Farben, Wärme und Düfte.

Organisatorisches

  • Unsere Pflegekräfte sowie die Heim-, Pflegedienst- und Wohnbereichsleitung beachten die vom Sterbenden formulierten persönlichen Wünsche und die Wünsche in der hinterlegten Patientenverfügung.

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